• Sabrina Lugmair

Die Kraft des Atems



Ist der Atem befreit, erfüllt er uns gleich den Wellen mit Energie. Mal dringt er sanft und säuselnd in uns, dann wieder stürmisch und voller Wucht. Immer aber schenkt er uns Kraft und Lebensfreude



Leben und Atem sind eng miteinander verknüpft. Hören wir auf zu atmen, sterben wir nach wenigen Minuten. Normalerweise ist das Atmen unserer bewussten Kontrolle entzogen, es funktioniert ohne unser Zutun. Dabei variiert jeder Atemzug in Tiefe und Dauer – je nachdem wie intensiv wir uns gerade körperlich und mental anstrengen.


Ein- und Ausatmen


Jede Atembewegung durchdringt als wellenartige Bewegung den ganzen Körper. Beim Einatmen wird das Blut mit Sauerstoff angereicht, den es über die Arterien zu jeder einzelnen Zelle unseren Organismus befördert. Beim Ausatmen entsorgt der Körper das durch die Verbrennung entstandene „Abgas“ Kohlendioxid.


Die Atemmuskulatur


Das Zusammenspiel von Atemimpuls (also dass wir atmen) und Atemmuskulatur (also den Rhythmus des Zwerchfells) wird beeinflusst durch Körperhaltung, die Muskelspannung und die Durchlässigkeit (also den Atem frei fließen zu lassen). So wie Bewegung ein Grundkriterium für Bewegung ist, so ist die Atembewegung eine Voraussetzung für die Atmung. Mit wachsender Durchlässigkeit für die Atembewegung entwickelt sich Lebensfreude, Wohlbefinden und Gelassenheit.


Spiegel der Befindlichkeit


Es gibt keine Körperfunktion, die empfindlicher und unmittelbarer auf psycho-physische Veränderungen reagiert als die Atmung. Uns bleibt der Atem weg, wenn wir erschrecken. In atemloser Spannung verfolgen wir die Nachrichten oder die Sportschau, und wenn wir uns aufregen, erhalten wir nur zu oft den Rat „Halt mal die Luft an“ oder „Atme erst mal tief durch“.


Ein feiner Indikator


Der Atem ist als weit mehr als nur ein Stoffwechselprozess, der unsere Zellen mit Sauerstoff versorgt. Er ist ein feiner Indikator für physische und psychische Veränderungen. Er reagiert auf jede Bewegung, jeden Gedanken, jedes Gefühl. Der Atem ist Ausdruck aller seelischen und geistigen Vorgänge. Ausdruck der Gesamtbefindlichkeit.


Wohlbefinden oder Unwohlsein


Verspannungen, Fehlhaltungen und seelische Konflikte verflachen und beengen den Atem. Eine gute Körperhaltung und inneres Wohlbefinden befreien ihn. Der Atem ist also ein Spiegel der körperlichen und seelischen Verfassung. Wird er bewusst erlebt und erfahren, kann er helfen, die Selbstheilungskräfte zu wecken, die in jedem von uns schlummern.


(Originalauszug aus dem Buch „Yoga fürs Leben“ von Dr. Patrick Broome und Gabriela Bozic)



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