• Sabrina Lugmair

Neurobiologie - Ein Hoch auf unser Gehirn!

Aktualisiert: vor einem Tag

Wie oft erleben Sie heute noch diesen Sturm der Begeisterung? Einmal pro Tag, einmal pro Woche? Weshalb geht die Gießkanne mit dem besten Dünger für Wachstums- und Reorganisationsprozesse in unserem Hirn nur noch so selten an? Statt immer mehr wird uns immer weniger wichtig, je älter wir werden. Aber warum ist das so?





Für ein kleines Kind ist noch fast alles bedeutsam, was es erlebt, erfährt und macht. Je besser es sich dann später in seiner jeweiligen Lebenswelt einzurichten und zurechtzufinden gelernt hat, desto unbedeutender wird dann allerdings alles andere, was es in dieser Welt sonst noch zu entdecken und zu gestalten gäbe. Indem wir älter werden, Erfahrungen sammeln und unsere Lebenswelt nach unseren Vorstellungen gestalten, laufen wir also zunehmend Gefahr, in eingefahrenen Routinen steckenzubleiben, im Hirn einzurosten. Man kenn seine „Pappenheimer“ und weiß „wie der Hase läuft“, man macht seinen Job, man tut, was getan werden muss, man funktioniert – aber das Leben hat seinen Reiz verloren. Alles wird gleichermaßen bedeutsam und unbedeutend. Man hat sein Leben optimal in den Griff bekommen – und dabei seine Begeisterungsfähigkeit bis zur Leblosigkeit abgewürgt. Wieso passiert uns das? Weshalb lassen wir zu, dass es uns so ergeht?


Und nicht nur uns, denn so, wie es einem einzelnen Menschen und seinem Hirn mit der Begeisterung geht, geht es auch einer menschlichen Gemeinschaft. Vielleicht noch am seltensten einem Sportverein, aber sehr häufig einer Familie, einer Schule, einem Unternehmen, manchmal sogar einer ganzen Gesellschaft. Offenbar können wir gewissermaßen kollektiv unsere Begeisterungsfähigkeit verlieren, und damit unsere Kreativität, unsere Lebensfreude, Entdeckerlust und Gestaltungskraft. Dann dümpelt die betreffende Gesellschaft in immer glatter eingefahrenen Routinen mit festgefügten Verwaltungsstrukturen dahin, die Menschen haben alles scheinbar im Griff und lassen sich sogar von Krisen kaum noch erschüttern.


Die Gemeinschaft funktioniert noch, aber sie lebt nicht mehr. Ihren Mitgliedern wird es dann immer wichtiger, dass sie gut funktionieren, als dass sie lebendig bleiben. So funktionalisiert diese begeisterungslos gewordene Gesellschaft erst ihre Erwachsenen und am Ende sogar ihre Kinder. Die werden dann mit Wissen abgefüllt, und es werden ihnen Fähigkeiten und Fertigkeiten beigebracht. Anstatt in ihnen die Fackel der Begeisterung am eigenen Entdecken und Gestalten immer wieder neu zum Lodern zu bringen.


Wie man diese Fackel der Begeisterung wieder zum Lodern bringt, werden wir kaum von all jenen erfahren können, die bereits erwachsen geworden sind und weitgehend damit aufgehört haben, noch irgendwelche in ihnen schlummernden Potentiale entfalten zu wollen. Deshalb zeigen uns die kleinen Kinder noch am deutlichsten, worauf es im Leben ankommt. Ihnen geht es ja noch nicht um die Bewahrung, den Schutz und die Verteidigung des Erreichten. Sie sind noch ganz und gar mit der Entfaltung ihrer Möglichkeiten, mit dem Erwerb von Fähigkeiten und Fertigkeiten, mit der Aneignung von Wissen und Können beschäftigt. Deshalb ist es auch bei diesen überall auf der Welt in allen möglichen Kulturen aufwachsenden Kindern viel klarer und eindeutiger zu erkennen, was Menschen wirklich brauchen, um sich ein ganzes Leben lang auf dieser Welt wohl zu fühlen. Dazu zählt nicht nur all das, was für die Stillung unserer körperlichen Bedürfnisse erforderlich ist. Kein Mensch kann über sich hinauswachsen, solange er hungert, Durst hat oder frieren muss. Genauso wenig kann aber ein Mensch, weder als Kind noch als Erwachsener, seinen Potentiale entfalten, wenn er sich allein gelassen fühlt und wenn ihm keine Möglichkeit geboten wird, sich als Entdecker und Gestalter auf den Weg zu machen und sich all das dafür erforderliche Wissen und all die dazu notwendigen Fähigkeiten anzueignen.


Irgendwie sind wir auf unserer Suche nach einem glücklichen und sinnerfüllten Leben vom Weg abgekommen. Wahrscheinlich schon seit geraumer Zeit, aber bisher ging es ja immer noch irgendwie weiter. Jedenfalls hier bei uns, in unserer westlichen Welt. Aber jetzt stecken wir fest. Das merken inzwischen sogar diejenigen, die auf diesem Weg bisher mit größter Überzeugung vorangegangen sind. Wir haben uns im Gestrüpp der von uns selbst geschaffenen Lebens- und Vorstellungswelten verrannt. Wie immer, wenn es schwierig wird, versuchen sich manche nun wieder rückwärts durchzuschlagen. Andere glauben noch daran, dass der erhoffte Durchbruch nach vorn mit einer vereinten Kraftanstrengung doch zu schaffen ist. Der Rest ist ratlos und blickt ängstlich in das Gestrüpp der täglich von den Medien verbreiteten Horrormeldungen über den gegenwärtigen Zustand der Welt.


Hirntechnisch ist dieser Zustand von Angst und Hilflosigkeit nicht lange auszuhalten. Deshalb findet jeder Mensch über kurz oder lang eine Lösung, die ihm hilft, wieder einigermaßen Ordnung in die im Gehirn ablaufenden Erregungen zu bringen. Der Fachausdruck dafür lautet Dissoziation, der Volksmund nennt es hirnrissig, und das bedeutet nichts anderes, als dass man sich mit aller Kraft darum bemüht, einfach so weiterzumachen wie bisher, so zu tun, als wäre noch immer alles in Ordnung, als gäbe es all diese Probleme unseres gegenwärtigen Sozial-, Bildungs-, Renten-, Finanz- und Wirtschaftssystems nicht…


…So könnte es ewig bleiben und nichts würde sich ändern, wenn Menschen tatsächlich so funktionieren würden wie Maschinen oder wenn man sie tatsächlich so behandeln könnte wie Objekte. Aber Menschen sind eben doch lebendige Wesen. Und die lassen sich nicht funktionalisieren, höchstens für eine begrenzte Zeit und auch nur in einem begrenzten Raum, aber niemals alle überall zugleich. Deshalb wird es immer einzelne Menschen oder Gruppen von Menschen geben, die sich ihre angeborene Freude am eigenen Entdecken und Gestalten ihrer jeweiligen Lebenswelt nicht rauben lassen. Nicht überall, aber irgendwo schon.


Und wenn es die Erwachsenen nicht schaffen, dann schaffen es ihre Kinder. Zur Not dadurch, dass sie einfach nicht so funktionieren, wie die Erwachsenen sich das wünschen und wie es erforderlich wäre, damit die Welt dieser Erwachsenen so bleiben kann, wie sie ist. Wenn unsere Kinder nicht mehr bereit oder imstande sind, all das zu übernehmen und weiterzuführen, was wir in unserem Kulturkreis an Kulturleistungen geschaffen haben – und dazu zählen eben auch unsere bisherigen Vorstellungen davon, worauf es im Leben ankommt, und die von uns zur Umsetzung dieser Vorstellungen geschaffenen Organisations- und Verwaltungssysteme – , dann geht es nicht mehr so weiter wie bisher.


Dann verliert das, was bisher bedeutsam war, seine Bedeutung. Dann wird für diese nachwachsende Generation etwas anderes bedeutsam. Etwas, was für uns bisher unbedeutsam war. Dann beginnen unsere Kinder sich für anderes zu begeistern und sich über anderes zu freuen als wir, und dann bekommen sie auch ein anderes Gehirn. Und mit dem sind sie weder bereit noch in der Lage, in selbstgebauten Hamsterrädern weiterhin so gut herumzurennen wie wir.

(Quelle: Originalauszug aus dem Buch: Was wir sind und was wir sein könnten - Autor: Gerald Hüther)


Ein Hoch auf unser Gehirn! Ich beschäftige mich keineswegs mit wissenschaftlichen Studien, undurchsichtigen Forschungsergebnissen oder komplexen strategischen Zukunftsmodellen. Vielmehr nehme ich meinen Hausverstand zur Hilfe. Ich beobachte das tägliche Tun, höre auf mein Herz, nehme wahr, bilde mir meine Meinung, vertrete meine Wahrheit.


Immer wieder steige ich aus dem Hamsterrad aus, denn es dreht sich immer schneller, lässt mich ermüden und nimmt mir die Luft zum Atmen. Wenn mir die Luft zum Atmen genommen wird, lässt sich für mich das Leben nicht mehr spüren, kann ich nicht mehr bei mir sein. Dann laufe ich Gefahr nur mehr zu funktionieren und stelle fest, dass mich dieses fremdbestimmte Funktionieren kein bisschen erfüllt, inspiriert, begeistert.


Bleibt kritisch, ihr lieben Menschen da draußen. Recherchiert, sortiert aus, schluckt nicht alles so wie es kommt. Denn Dein Energiehaushalt, wird durch Angst, Unsicherheit, negative Botschaften nachhaltig geschwächt. Dadurch wirst du regelrecht verstopft, vermüllt, blockiert, vergiftet.


Ich wünsche dir in dieser herausfordernden Zeit klare Gedanken und ein gutes Bewusstsein für deinen Körper und deine Grenzen!


Alles Liebe

Sabrina

Regulexpert

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Sandgasse 1, 4611 Buchkirchen,Österreich